Forschungshintergrund

Forschungshintergrund

Erkenntnisse aus Epigenetik, Medizin, Molekular- und Zellbiologie, Immunologie, Embryologie und Psychologie eröffnen neue Chancen und Möglichkeiten für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Eltern und Kindern.

Vor der Konzeption

Die Forschung zeigt, dass über die sogenannte “Umgebungs-induzierte epigenetische transgenerationale Vererbung” physiologische und psychologische Prägungen der Eltern vor der Konzeption in Spermium und Eizelle epigenetisch bewahrt werden und über die Keimbahn an ihre Kinder weitergegeben werden können. Zum Beispiel Ernährungsbedinungen – und gewohnheiten der Eltern oder traumatische Erlebnisse hinterlassen ihre Spuren in den Keimzellen und sind später in Anfälligkeiten für Krankheiten oder Verhaltensweisen der Kinder zu finden. Epigenetische Prozesse sind reversibel, und daher ist das Wissen um sie eine Chance: Eltern können schon vor der Konzeption für gute Voraussetzungen für ihre Kinder sorgen, oder während Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenzeit auf bestimmte Dinge besonders achten. Erkrankungen und Verhaltensweisen können später besser verstanden werden oder gegebenfalls auch behandelt werden, wenn bekannt ist wie manche Dinge zusammenhängen.

Konzeption

Der Konzeptionsmodus ist im Hinblick auf epigenetische Veränderungen und spätere Anfälligkeiten für Erkrankungen untersucht worden. Viele Studien vergleichen die Epigenetik oder Gesundheit von Kindern mit natürlicher und künstlicher Konzeption. Es zeigen sich verschiedene Auswirkungen die darauf hinweisen, dass es von Bedeutung ist Aufklärungsarbeit zu leisten. Eltern, die den Weg einer artifiziellen Konzeption gehen bedarf es erstens gut aufzuklären und zu informieren, damit sie ihr Kind gut begleiten können. Zweitens bedürfen sie einer guten emotionalen Begleitung, da die Prozeduren emotional sehr herausfordernd sein können.

 Pränatal

Eine Vielzahl an Studien dokument, dass vorgeburtliche Lebensumstände und Erlebnisse die kindliche physiologische und psychologische Gesundheit beeinflussen. Stress, Depression, Angst oder traumatische Erlebnisse der Mutter während der Schwangerschaft beeinträchtigen das mütterliche und kindliche Wohl. Die Chance liegt in der Schaffung von Voraussetzungen für das elterliche Wohlergehen und eine gute Bindungsentwicklung während Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenzeit. Hierdurch können die Grundlagen für die kindliche physiologische Gesundheit und die Basis von Urvertrauen, Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Autonomie geschaffen werden.

Perinatal

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Geburtserlebnis ein prägendes Erlebnis für alle Beteiligten ist. Ein schönes Geburtserlebnis ist unvergesslich. Negative Erfahrungen rund um die Geburt und Geburtskomplikationen sind nicht nur schmerzhaft und belastend, sie beeinträchtigen auch das gesundheitliche Wohl von Kindern und Eltern. Die Bewußtheit dafür ermöglicht es, Eltern und Kinder so auf die Geburt vorzubereiten, dass sie möglichst natürlich geschehen kann oder – im Fall von medizinischen Interventionen – eine bestmögliche  emotionale Unterstützung in Verbindung mit der medizinischen Betreuung bereitzustellen, die das Vertrauen in sich Selbst und das Leben stärkt.

Postnatal

Die heilige Stunde nach der Geburt ist in der Initiative Babyfreundlich von WHO und UNICEF als besonders schützenswert in die Leitlinien ihrer Initiative aufgenommen worden. Das Baby wird der Mutter an ihr Herz gelegt, in Haut zu Haut Berührung ruhen sie sich gemeinsam aus, erblicken sich das erste mal in ihren Augen, und spüren sich in Innigkeit bis das erste Stillen wie von Selbst geschieht. Die prägenden Wirkungen dieser Stunde auf die Gesundheit von Mutter und Kind sind weitreichend beforscht.

Mehr lesen zu internationaler Forschung rund um Konzeption und Geburt